Bayerische Wassertage

Dr. Richard Fackler, Vizepräsident des LfU, eröffnet die 13. Bayerischen Wassertage 2017 (Quelle: KUMAS e. V.)

Fachlicher Austausch im Netzwerk-Café (Quelle: KUMAS e. V.)

Schüler der Technikerschule Augsburg besuchen den Stand der Kessel AG aus Lenting (Quelle: KUMAS e. V.)


 

13. Bayerische Wassertage am 15./16.11.2017

Spurenstoffe in Gewässern und Klimaanpassungsstrategien im Fokus

Die Zukunft der Wasserversorgung steht auf dem Spiel
Der Förderverein KUMAS – Kompetenzzentrum Umwelt e. V. veranstaltete in Kooperation mit Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH, HPC AG, MVV Industriepark Gersthofen GmbH sowie dem Bayerischen Landesamt für Umwelt (LfU) am 15. und 16. November 2017 zum 13. Mal in Folge die Bayerischen Wassertage in Augsburg. Vizepräsident Dr. Richard Fackler konnte rund 200 Teilnehmer im LfU begrüßen.

Spurenstoffe in Gewässern
Mikroschadstoffe aus Arzneimitteln, Haushaltschemikalien, Wasch- und Reinigungsmitteln oder Pflanzenschutzmitteln werden zunehmend zum Problem. Sie finden sich inzwischen in einer Vielzahl von Gewässern und  gelangen über die Kanalisation und Kläranlagen, aber auch über die Auswaschung aus Baustoffen, Fassadenanstrichen oder durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln aus der Landwirtschaft dort hin. Dr. Kurt Müller vom Bayerischen Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz wies in seinem Vortrag darauf hin, dass die Produktvielfalt und die Anzahl der Inhaltsstoffe inzwischen für den Normalverbraucher unüberschaubar geworden sei.

Risiken von Spurenstoffen sind noch nicht genau erforscht

Noch ist zu den tatsächlichen Risiken für Mensch und Umwelt nicht alles erforscht. Messungen des Umweltbundesamtes zeigen aber, dass z. B. über 150 verschiedene Arznei-Wirkstoffe in Gewässern nachgewiesen werden können. Um eine Gefahr für die Gesundheit von vornherein ausschließen zu können, muss schon aus Vorsichtsgründen der Eintrag von Spurenstoffen in die Gewässer so gering wie möglich gehalten werden! Nicht alle Wirkstoffe werden nämlich auf natürliche Weise abgebaut. Sie können sich somit im Trinkwasser und  in der Nahrungskette anreichern.
Das Umweltbundesamt und das Bundesumweltministerium entwickeln deshalb eine „Spurenstoffstrategie“, die Handlungsempfehlungen zur Minimierung des Eintrags in Gewässer bis zum Jahr 2018 erarbeitet.

Arzneimittel fachgerecht entsorgen!
Die nicht fachgerechte Entsorgung von Arzneimitteln über die Toilettenspülung führt zur Belastung der Kläranlagen und der Gewässer.
Überzählige oder abgelaufene Arzneimittel sollen deshalb auf keinen Fall über die Toilettenspülung, sondern über die jedem Haushalt zur Verfügung stehenden Abfallentsorgungssysteme (in der Regel die grauen Restmülltonne) entsorgt werden! Dies entlastet Kläranlagen, die Mikroschadstoffe nur mit hohem technischen und finanziellen Aufwand aus dem Abwasser herausfiltern können. Jeder kann so einen Beitrag zu stabilen Abwassergebühren leisten.

Verfehlte Klimaschutzziele machen Klimaanpassungsstrategien unumgänglich
Deutschland wird seine eigenen Klimaschutzziele nicht erreichen. Bei Betrachtung der globalen Situation und Forcierung des Welthandels ist aber ohnehin fraglich, ob das 2 °C-Ziel eingehalten werden kann. Dies hat für Kommunen, Unternehmen aber auch Wasserversorger zukünftig massive  Auswirkungen in der Wasserbewirtschaftung.

Klimaerwärmung hat Auswirkungen auf das Grundwasser

Durch die Klimaänderung verursachte höhere Lufttemperaturen führen zu höheren Verdunstungsraten. So verbleibt weniger Niederschlag für die Grundwasserneubildung. Insbesondere Regionen mit gering ergiebigen Grundwasserreserven sind hiervon betroffen.
Betroffene Gebiete wie der Regierungsbezirk Unterfranken müssen deshalb schon heute ein Niedrigwassermanagement entwickeln, wie  Christian Guschker von der Regierung von Unterfranken zu berichten wusste. Die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser durch eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wasserressourcen hat dabei oberste Priorität.
Dr. Benjamin Kopp von der Außenstelle des LfU in Hof konnte anhand statistischer Daten zeigen, dass die Grundwasserneubildung regional stark von den zu beobachtenden Klimaänderungen beeinflusst wird. Während im Bereich der Donau noch hohe Grundwasserneubildungs-raten beobachtet werden können, haben diese in Teilen Frankens und der Oberpfalz in den letzten 50 Jahren um bis zu 20 % abgenommen.

Dr. Joachim Knüpfer, 1. Vorsitzender, und Thomas Nieborowsky, Geschäftsführer des KUMAS e. V., wiesen in Ihren Schlussworten darauf hin, dass der Klimawandel Auswirkungen auf ganz unterschiedliche Bereiche wie z. B. auf die Sicherheit der Trinkwasserversorgung, aber auch der Energieversorgung durch Wasserkraft haben kann und wird. Während der Klimawandel weiter ungebremst fortschreitet, müssen Anpassungsstrategien entwickelt werden, die Umweltschäden, wirtschaftliche Einbußen, aber auch Schäden an Leib, Leben und Sachgütern vermeiden helfen.

Begleitet wurde der zweitägige Kongress von einer Fachausstellung, in der sich branchenspezifische Unternehmen und Dienstleister den Teilnehmern präsentierten.

 

Ausführliche Informationen zum Programm entnehmen Sie bitte dem Programmflyer (pdf) sowie der Liste unserer Referenten, Die Experten der 13. Bayerischen Wassertage (pdf).

 

Unsere Veranstaltungspartner der 13. Bayerischen Wassertage (alphabetisch):

avr Andrea Versteyl Rechtsanwälte PartGmbB

Bayerische Gemeindezeitung

Bayerisches Landesamt für Umwelt

Deutscher Industrieverlag GmbH

Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH

horst weyer & partner gmbh

HPC AG

Industrie- und Handelskammer Schwaben

InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG

KESSEL AG

LCTech GmbH

Lexxion Verlagsgesellschaft mbH

MVV Industriepark Gersthofen GmbH

Regio Augsburg Tourismus GmbH

synlab Umweltinstitut GmbH

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